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Unter Hintergrund/Ausgangslage finden Sie Inhalte der Webseite von KOMPASS 1 (2012 - 2015)

 

Kommunikation und Motivation: Professionalisierung für die Arbeit mit Seniorinnen und Senioren (KOMPASS)

Experten schätzen, dass rund 7,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter, also 14,5 Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 65 Jahren, in Deutschland die grundlegenden Kulturtechniken wie z. B. Lesen, Schreiben und Rechnen nicht ausreichend beherrschen. Sie sind funktionale Analphabeten. Viele können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, nicht jedoch zusammenhängende – auch kürzere – Texte. Betroffene Personen sind aufgrund ihrer begrenzten schriftsprachlichen Kompetenzen nicht in der Lage, am gesellschaftlichen Leben in angemessener Form teilzuhaben. So misslingt etwa auch bei einfachen Beschäftigungen das Lesen schriftlicher Arbeitsanweisungen.
In einer Stadt wie Göttingen sprechen wir über rund 15.000 Menschen.

Neuere Studien zeigen, dass ca. 60% der Betroffenen erwerbstätig sind.
Nicht richtig schreiben und lesen zu können ist ein Risiko auf dem und für den Arbeitsmarkt.

Das Projekt KOMPASS der (damaligen) Volkshochschule Göttingen e.V. arbeitet daran dieses Risiko abzumildern.

KOMPASS wird vom BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung von Oktober 2012 bis September 2015 im Programm arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung gefördert. Förderkennzeichen: 01AB12029

Ziel ist es, die Situation von funktionalen Analphabeten und Menschen mit nicht ausreichender Grundbildung in der und für die Arbeitswelt zu verbessern.
KOMPASS arbeitet bespielhaft in einer Branche, die ebenso bespielhaft für den Fachkräftemangel steht- der Altenpflege.  Der Begriff Pflegenotstand ist in aller Munde, der Arbeitskräftebedarf steigt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Mitarbeiter/innen durch zunehmende gesetzliche Anforderung an die Dokumentationspflicht in der Pflege.

Als Fortbildung für Beschäftigte und als Angebot für Erwerbslose zum Einstieg in den Arbeitsmarkt bietet KOMPASS funktionalen Analphabeten die Möglichkeit sich zur Pflegediensthelferin/ zum Pflegediensthelfer zu qualifizieren. Die Qualifizierung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Altenpflege.

In einer Kombination aus praktischem und theoretischem Unterricht wird nachholende Grundbildung mit fachlicher Qualifizierung verzahnt. Hierdurch sollen Betroffene befähigt werden, sich fortzubilden und mit den Veränderungen in der Branche, in der Pflegeeinrichtung, mitzuhalten. Gleichzeitig werden durch die Qualifizierung Erwerbsloser zusätzliche Mitarbeiter/innen für die Pflege gewonnen.
KOMPASS möchte funktionale Analphabeten durch arbeitsplatzbezogene Angebote ansprechen und motivieren, sich fachlich und persönlich fort- und weiterzubilden.
Gleichzeitig sollen Betriebe und Arbeitsvermittlung motiviert werden, auch und gerade, diese Zielgruppe im Rahmen der betrieblichen und arbeitsmarktorientierten Fort- und Weiterbildung durch spezifische Angebote stärker einzubinden und zu motivieren, denn- Lesen und Schreiben ist eine sehr wichtige Qualifikation,  aber auch nicht die einzige.

Gespräche mit Arbeitgebern zeigen, dass viele betroffene Arbeitnehmer/innen aufgrund fachlicher und persönlicher Fähigkeiten eine hohe Wertschätzung genießen. Durch nachholende Grundbildung soll und kann hier eine weitere berufliche Entwicklung möglich werden.

Wichtig für Betroffene und Gesellschaft, wichtig aber auch für den Arbeitsmarkt, denn hier fehlen - jetzt und zukünftig - diese Arbeitskräfte.